
Moe „Δρομοκράτης“ Moschokarfis
automotive
visual storyteller
& creative director.
Moe Moschokarfis.
40. Ehemann, Vater, Fotograf und Gestalter. Ich lebe zwischen Deutschland und Griechenland, fotografiere am liebsten mit meiner Leica und fahre lieber alte Autos als neue.
Es fällt mir leichter, Geschichten über andere Menschen, Reisen oder Automobile zu erzählen als über mich selbst. Weil man einen Menschen ohnehin besser über das versteht, was ihn bewegt, als über das, was in einem Lebenslauf steht.
person.
Ich bin Ehemann. Ich bin Vater. Und ich bin ein Kind, dessen Eltern viel zu früh gegangen sind und die mir bis heute fehlen.
Seit ich selbst Familie habe, hat sich mein Blick auf das Leben verändert: Was zählt, sind die Menschen, die nach Hause kommen, wenn ich die Tür öffne. Alles andere ist austauschbar.
Trauer verschwindet nicht. Man lernt nur, mit ihr zu leben. Mit den Jahren ist sie leiser geworden, genau wie ich selbst. Früher wollte ich überzeugen. Heute reicht es mir, ehrlich zu sein.
kindheit.

Ich war noch ein Kind, als ich verstanden habe, dass Automobile mehr sind als Transportmittel. Nicht durch Prospekte oder Videospiele, sondern durch die Geschichten der Erwachsenen. Von Fahrten nach Griechenland. Über Italien. Über den Balkan. Von Pannen, Begegnungen und langen Nächten auf der Autobahn. Es klang immer nach Abenteuer. Nach Freiheit. Nach einem Leben, das irgendwo hinter dem Horizont begann. Diese Sehnsucht hat mich nie wieder verlassen. Sie wird jedoch lauter je älter ich werde.
Mein Vater hat mir beigebracht, wie man fährt. Nicht im Sinne von Führerschein und Verkehrsregeln, sondern wie man ein Auto versteht. Wie man mit weniger Leistung manchmal schneller ist als jemand mit doppelt so vielen PS, wenn man spürt, was unter einem passiert. Talent schlägt Datenblatt. Dieser Satz begleitet mich bis heute.
Meine Mutter hat mir gezeigt, wie man reist. Nicht möglichst schnell von A nach B, sondern mit offenen Augen. Sie hielt an, wenn etwas interessant aussah. Umwege waren nie verlorene Zeit.
Beide sind heute nicht mehr da. Die Art, wie ich fahre, reise und die Welt betrachte, ist trotzdem zu großen Teilen ihre. Vielleicht fotografiere ich genau deshalb. Um Erinnerungen festzuhalten, bevor sie irgendwann nur noch Erinnerung sind.
namensgebung.
Der Name ist ein kleines griechisches Wortspiel. Im Griechischen gibt es „Tromokratis“ (Τρομοκράτης), zusammengesetzt aus tromos (τρόμος, Schrecken) und kratis (κράτης, Herrscher). Sinngemäß: Schreckensherrscher, also Terrorist. Ersetzt man einen einzigen Buchstaben und macht aus tromos ein dromos (δρόμος, Straße), entsteht ein neues Wort: Dromokratis (Δρομοκράτης). Der Herrscher der Straße. Natürlich nicht wörtlich, sondern mit einem Augenzwinkern.
Mit ungefähr zwanzig bin ich regelmäßig Straßenrennen gefahren, fasziniert von der Szene rund um Athen und Thessaloniki der späten Neunziger- und frühen Zweitausenderjahre. In den Magazinen, die darüber berichteten, tauchten niemals echte Namen auf. Jeder hatte seinen Spitznamen. Kataramenos, der Verfluchte. Pappous, der Opa. Diese Namen waren in der Szene bekannter als die Menschen dahinter. Ich wollte dazugehören, also brauchte auch ich einen.
Heute existieren weder die Straßenrennen noch der Mensch von damals. Die Straße ist längst kein Ort mehr, an dem ich gegen andere antrete. Sie ist der Ort, an dem ich unterwegs bin. Der Name ist geblieben, seine Bedeutung hat sich verändert: Dromokratis steht nicht mehr für Geschwindigkeit, sondern für den Weg.
automobile.
Bis heute faszinieren mich die Buchhaltermodelle mehr als die Spitzenversionen. Ein BMW 320d statt eines M3. Ein Porsche 924S statt eines neuen 911 Turbo. Nicht, weil ich das Schnellere oder Teurere nicht schätzen würde, sondern weil in den einfachen Dingen oft mehr Ehrlichkeit steckt. Sie wirken ruhiger, unaufgeregter. Als hätte jemand alles weggelassen, was nicht wirklich notwendig ist.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mich selten für Trends interessiere. Mich reizt das, was auch in zwanzig Jahren noch Bestand hat. Gute Gestaltung. Ehrliche Materialien. Mechanische Technik. Analoge Fotografie. Dinge, die altern dürfen und dadurch schöner werden.
berufung.
Viele Jahre habe ich selbstständig gearbeitet. Ich durfte Unternehmen begleiten, Marken entwickeln, Strategien entwerfen, Webseiten gestalten, fotografieren und Geschichten erzählen. Irgendwann wollte ich nicht mehr für zehn Unternehmen gleichzeitig arbeiten, sondern Teil von einem sein. Verantwortung übernehmen. Entscheidungen langfristig begleiten. Eine Marke über Jahre wachsen sehen, statt sie nach Projektabschluss wieder loszulassen.
Bei IHRE AUTOWERKSTATT Frederikspark in Norderstedt habe ich eine Haltung gefunden, die ich teile: Fahrzeuge sind keine Wegwerfprodukte, sondern Begleiter über viele Jahre. Reparieren steht vor Ersetzen, Qualität vor der schnellen Lösung. Nachhaltigkeit ist dort kein Marketingbegriff, sondern Alltag.
Heute verantworte ich als Leiter Marketing & Kommunikation den gesamten Markenauftritt: Strategie, Website und SEO, Fotografie und Film, Social Media, Employer Branding, Recruiting und Print.
Was mich daran begeistert, ist weniger das Marketing. Es ist, dass ich Geschichten erzählen darf, hinter denen ich mit voller Überzeugung stehe. Ich arbeite nicht für eine Marke. Ich bin Teil von ihr.
leben & zukunft.
Ich trainiere gerne, esse kaum Fleisch und Alkohol spielt in meinem Leben keine Rolle. Nicht, weil ich besonders diszipliniert wäre, sondern weil ich mich gut fühlen möchte. Heute und hoffentlich noch viele Jahre.
Ich habe mehr Ideen, als ich vermutlich jemals umsetzen werde: reisen, fotografieren, Bücher schreiben, Autos restaurieren, Porsche fahren und mit meiner Familie die Straßen bereisen, von denen früher erzählt wurde.
Am Ende wird sich niemand daran erinnern, welche Kamera wir benutzt haben oder welches Auto wir gefahren sind. Alles, was bleibt, sind die Geschichten, die wir hinterlassen. Und die Menschen, mit denen wir sie geteilt haben.